Homöosiniatrie

Die Homöosiniatrie ist die Vereinigung von Homöopathie und Akupunktur.   Sie geht zurück auf die Entdeckungen von Weihe, der für fast alle Akupunkturpunkte entsprechende homöopathische Mittel gefunden hat, und auch eigene Punkte beschrieben hat.


Je nach Indikation werden homöopathische Mittel in die zugehörigen Akupunkturpunkte mit einer feinen Spritzennadel appliziert. Der Vorteil im Vergleich zur klassischen Akupunktur ist, daß hierbei nicht nur die Energie der Meridiane durch die Nadel aktiviert und zum fließen gebracht werden, sondern durch das gespritzte Material die Eigenschaften der Homöopathie ausgenutzt wird und in Synergismus die Heilkraft gesteigert bzw. verdoppelt wird.


Die Homöosiniatrie versetzt den Therapeuten in die Lage, alle drei Kriterien einer wirksamen Akupunkturbehandlung zu erreichen:

  • Verstärkung der Lokalwirkung am Akupunkturpunkt durch die "homöopathische" Quaddel (Injektion),
  • Stimulation des Punktes bis zu 48 Stunden,
  • minimale Belastung des Patienten.

Durch die Homöosniatrie können auch reaktionsschwache Patienten, die normalerweise auf Akupunktur nur ungenügend ansprechen, behandelt werden.

Philosopie und Geschichte:
Die Homöosiniatrie wurde sie im wesentlichen von dem französischen Arzt Roger de la Fuye zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt. Dabei ist das Wirkprinzip dieser Therapieform, die auf einer Kombination der Jahrtausende alten chinesischen Akupunktur mit der Homöopathie Samuel Hahnemanns und der Druckpunktlehre August Weihes basiert, schon sehr viel länger bekannt. So wandten beispielsweise die nordkanadischen Stoney-Indianer traditionell eine Heilmethode an, bei der bestimmte Körperpunkte mit Steinnadeln gestochen oder geritzt und Pflanzensäfte in die Haut eingebracht werden. De la Fuye begegnete dieser Therapiemethode auf einer seiner Reisen, auf denen er bei anderen Völkern nach “neuen” medizinischen Erkenntnissen suchte.


In der Folgezeit entwickelte der Neffe Jules Vernes eine ausgeklügelte Therapielehre, indem er bestimmten Akupunkturpunkten korrespondierende Homöopathika zuordnete. De la Fuye baute dabei auf den Arbeiten August Weihes auf, der bereits 1886 einen Zusammenhang zwischen bestimmten druckempfindlichen Punkten auf der Körperoberfläche und homöopathischen Arzneimitteln postulierte. Er hatte herausgefunden, dass ein bestimmter, ursprünglich schmerzhafter Druckpunkt durch ein spezifisches homöopathisches Mittel schmerzlos werden konnte. Hieraus entwickelte er ein ganzes System druckschmerzhafter Hautareale und korrespondierender Homöopathika, wobei viele dieser so genannten Weiheschen Punkte mit klassischen Akupunkturpunkten übereinstimmten.


Der entscheidende Schritt zur Homöosiniatrie und damit zur Entwicklung einer neuen Therapierichtung war jedoch de la Fuye vorbehalten. Denn während die Druckpunkte Weihe lediglich zur Bestimmung einer geeigneten homöopathischen Arznei dienten, nutzte der Franzose auch die therapeutischen Möglichkeiten dieser Entdeckung. Indem er an den geeigneten Punkten sowohl Akupunkturnadeln setzte als auch zusätzlich noch das entsprechende Homöopathikum oral verabreichte, konnte er erstaunliche Behandlungserfolge erzielen. Die beiden Heilmethoden ergänzen und verstärken sich gegenseitig. Darüber hinaus erweiterte de la Fuye das System der Weihe-Punkte um eine Vielzahl zusätzlicher Punkte.


Der letzte Schritt zur modernen Homöosiniatrie bestand schließlich darin, die Wirkstoffe direkt in die Akupunkturpunkte zu injizieren. Hierdurch wird die Wirkung nochmals verstärkt. Dabei kommen sowohl homöopathische Einzelmittel als zunehmend auch moderne Komplexhomöopathika zum Einsatz. In Komplexmitteln sind mehrer homöopathische Inhaltsstoffe miteinander kombiniert, um die Wirksamkeit des Präparates zu erhöhen.

 

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